[okfn-de] Europeana-Daten
Jakob Voss
jakob.voss at nichtich.de
Mon May 17 20:56:48 BST 2010
Hallo,
Die Aggregation der Daten in Europeana läuft so, dass die heterogenen
Daten aus Museen, Bibliotheken und Archiven nach RDF entsprechend dem
Europeana-Datenmodell gemappt werden sollen und nach der Zusammenführung
in das öffentlich sichtbare Europeana-Portal kommen, das bislang noch
völlig ohne Linked Data auskommt. Der aktuelle Stand des
Europeana-Datenmodells (aka "RDF Ontology") ist versteckt unter
http://www.europeanalabs.eu/wiki/WP1CommunityMeetingLibraries
und Feedback ist gerne gesehen. Wie Stefan Gradmann schon in seinem
Vortrag auf der SWIB09 darstellte sind immer mehr Teile des
Europeana-Datenmodells durch bestehende Ontologien ersetzt worden -
falls jemandem mit OWL-Wissen im Europeana-Modell noch Teile auffallen,
für die es bereits gute Ontologien gibt, dann bitte her damit!
Neben Stefan Gradmann ist unter anderem Herbert van de Sompel (OAI-PHM,
OpenURL, Memento...) an der Europeana-Entwicklung beteiligt. Beide
stecken zwar tief in der bibliothekarischen Metadaten-Community (an
Erfahrung und Einfluss) aber weniger in der Open Content Community,
weshalb etwas Überzeugungsarbeit sicher hilfreich ist. Ich habe heute
mit Stefan Gradmann über das Europeana-Datenmodell gesprochen und
empfohlen, zumindest einen Teilbestand der aggregierten Metadaten in RDF
entsprechend des Europeana-Datenmodells unter CC0 freizustellen - das
sollte auch im Interesse des Europeana-Projekt sein, weil sonst niemand
außerhalb des Projekt sich freiwillig mit dem Datenmodell beschäftigen
wird (meine Meinung). Soweit ich es verstanden habe wäre das im Juni
oder Juli.
Adrian Pohl schrieb:
> zu den Semantic-Web-Funktionalitäten der Europeana hat Stefan Gradmann
> auf der SWIB09 (http://www.swib09.de <http://www.swib09.de>) einen
> Vortrag gehalten:
> PDF: http://www.swib09.de/vortraege/20091125_gradmann_olensky.pdf
> Video: http://www.swib09.de/videos/swib_gradmann_2.wmv
> Die Europeana soll die Sammlungsobjekte aus Bibliotheken, Archiven und
> Museen nach- und auf die zugehörigen Digitalisate verweisen. Die
> Ansätze, Semantic-Web-Technologie zu benutzen sind sicher zu begrüßen
> und zu unterstützen. Allerdings denke ich, dass erst einmal die
> rechtlichen und politischen Fragen hinsichtlich der Daten, die in die
> Europeana kommen, geklärt werden müssen. Denn ohne Daten bringt einem
> die tollste Infrastruktur nichts. Das Problem wurde auf Seiten der
> Europeana offensichtlich erkannt, denn im April veröffentlichte sie eine
> Public-Domain-Charta
> (http://version1.europeana.eu/web/europeana-project/publications), mit
> der die Daten liefernden Institutionen aufgefordert werden, Digitalisate
> gemeinfreier Inhalte auch in die Public Domain zu stellen. Die
> Metadaten-Problematik wird damit zwar (noch) nicht thematisiert aber
> diese Charta macht sicher einer wichtige Aussage über die Digitalisate,
> die es zu unterstützen gilt.
Vielleicht könnte OKFN die Charta nochmal aufgreifen und zusammen mit
Europeana, Wikimedia und anderen Partnern eine Empfehlung zur Freigabe
von Metadaten unter CC0 veröffentlichen. Nach meinem Eindruck bringen
Absichtserklärungen leider wenig, wenn sie nicht andauernd wiederholt,
erklärt, begründet und eingefordert werden.
In jedem Fall ist Europeana ein wesentlicher Partner bei der Befreiung
von Metadaten wobei die Bereitschaft zur Kooperation unter den
Europeana-Teilnehmern sicher sehr unterschiedlich ausfällt. Nach meinem
Eindruck ist das Thema bekannt aber nicht oben auf der Prioritätenliste
weshalb von Außen kontinuierlich unser Anliegen an das Projekt
herangetragen werden sollte. Machbar sehe ich z.B. eine Art
"OpenEuropeana" mit einem Ausschnitt von Europeana dessen Daten frei
verfügbar sind.
Gruß
Jakob
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